SPD-Ortsverein Grafing zieht positive Bilanz

21. Januar 2026

SPD-Ortsverein Grafing zieht positive Bilanz: Expertinnen-Runde zeigt Handlungsbedarf und Potenziale für soziale Hilfe vor Ort

Grafing, 15. Januar 2026 – Unter dem Motto „Aufsuchende soziale Hilfe in Grafing“ hatte der SPD-Ortsverein Grafing zu einer öffentlichen Expertinnen-Runde in die Turmstube der Stadthalle eingeladen am 14. Januar 2026. Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger, leider kaum Vertreter:innen aus Kommunalpolitik und/ oder Stadtverwaltung folgten der Einladung, um gemeinsam mit drei erfahrenen Fachfrauen über die Zukunft sozialer Unterstützung in der Stadt zu diskutieren. Lebhafte Diskussion und klare Handlungsfelder

Die Veranstaltung bot tiefgehende Einblicke in die Praxis aufsuchender sozialer Arbeit. Claudia Kronseder (Sozialpsychiatrische Dienste Ebersberg), Gabriele Althammer-Radan (Caritas Grafing) und Ethel-D. Kafka (Bürger-Bahnhof Wasserburg) berichteten aus ihrem Arbeitsalltag und zeigten auf, wo dringender Handlungsbedarf besteht. „Die Runde hat deutlich gemacht, dass wir in Grafing bereits über ein engagiertes Netzwerk verfügen, das vielen Menschen in Krisen hilft“, fasste Christian Kerschner, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, die Ergebnisse zusammen. „Gleichzeitig wurde klar: Wir müssen die Zusammenarbeit zwischen den Akteur:innen weiter stärken, um Lücken im Hilfesystem zu schließen und den Zugang zu Angeboten noch niedrigschwelliger zu gestalten.“

Aber: Etwa 90 Menschen aus Grafing mit psychischen Erkrankungen werden vom SPDi und rund 80 Menschen aus Grafing mit Suchterkranken werden von der Caritas aktuell versorgt. Jedoch: Der Bedarf ist viel höher, aber es fehlt an Personal und finanzieller Ausstattung. Zentrale Themen: Vernetzung und Prävention Ein zentrales Thema des Abends war die bessere Vernetzung der bestehenden Hilfsangebote. Die Expertinnen betonten, dass viele Hilfesuchende den Weg zu Institutionen nicht allein finden. Hier seien proaktive Ansätze wie aufsuchende Sozialarbeit entscheidend, um Betroffene frühzeitig zu erreichen. Besonders diskutiert wurden: • Die Notwendigkeit eines zentralen Anlaufpunkts für soziale Beratung in Grafing, • die Stärkung präventiver Angebote, um Krisen gar nicht erst eskalieren zu lassen, • die Bedeutung von niedrigschwelligen Kontaktmöglichkeiten, etwa durch mobile Beratungsstellen oder regelmäßige Sprechstunden in Stadtteilen.

Fast etwas neidisch schaut man nach Wasserburg. Der BürgerBahnhof Wasserburg am Inn ist ein offener Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger jeden Alters und verbindet Mobilität, Kultur und bürgerschaftliches Engagement unter einem Dach. Im historischen Bahnhofsgebäude entstanden moderne Räume für Begegnung, Austausch und kreative Ideen. Als Schnittstelle zwischen Bahnhof, Stadt und Zivilgesellschaft steht der BürgerBahnhof für Beteiligung, Offenheit und Nachhaltigkeit. Er ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie öffentliche Orte neu gedacht und gemeinschaftlich genutzt werden können – als Treffpunkt, Ideenschmiede und kulturelles Zentrum für Wasserburg und die Region.

Hier ist ein Musterbeispiel dafür, dass man bei der Suche nach den richtigen Ansprechparter:innen hierbei im vielfältigen Angebot unterstützt wird (und die Beratung unabhängig und anonym erfolgt). Ebenfalls findet man Beratung, wenn man sich ehrenamtlich engagieren möchte.

„Sozialpolitik ist Teamarbeit“ Regina Offenwanger und Steffi Mörbt vom SPD-Vorstand hoben die Bedeutung des gemeinsamen Dialogs hervor: „Soziale Probleme lassen sich nur lösen, wenn Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft an einem Strang ziehen. Die heutige Runde war ein wichtiger Schritt, um konkrete Ideen für Grafing zu entwickeln.“ Nächste Schritte: Politik muss handeln

Der SPD-Ortsverein wird die Ergebnisse der Veranstaltung in einem Positionspapier zusammenfassen und dem Stadtrat vorlegen. „Wir wollen, dass die heute Abend gesammelten Impulse nicht im Raum stehen bleiben, sondern in konkrete Maßnahmen münden“, kündigte Kerschner an. Geplant sei unter anderem, die Einrichtung einer koordinierenden Stelle für soziale Hilfe zu prüfen, die als Schnittstelle zwischen Hilfsangeboten und Ratsuchenden fungiert.

Dank an alle Beteiligten Die SPD Grafing bedankt sich bei den Referentinnen für ihre wertvollen Beiträge und bei allen Teilnehmer:innen für die konstruktive Diskussion. „Der große Zuspruch zeigt, wie wichtig das Thema der sozialen Teilhabe in unserer Stadt ist. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass Grafing ein Ort bleibt, an dem niemand zurückgelassen wird“, so Kerschner abschließend.

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